Der Überläufer.  Was ist wichtiger, Pflicht oder Gewissen? Was bedeuten Freundschaft und Liebe in einer aus den Fugen geratenen Welt? Diese aktuellen Fragen wirft Siegfried Lenz in seinem postum veröffentlichten Bestseller „Der Überläufer“ auf – der jetzt als Fernseh-Zweiteiler verfilmt wird. Oscar-Preisträger Florian Gallenberger setzt die Koproduktion des federführenden NDR mit der ARD Degeto und dem SWR bis zum 30. August 2019 in Szene, erst in Polen (Krakau, Breslau, Warschau und Umgebung), dann in Bayern. Das Drehbuch schrieben Bernd Lange und Florian Gallenberger. Zu dem hochkarätigen Schauspielensemble um Jannis Niewöhner gehören Malgorzata Mikolajczak, Sebastian Urzendowsky, Rainer Bock, Bjarne Mädel, Florian Lukas, Katharina Schüttler, Alexander Beyer, Leonie Benesch und Ulrich Tukur. Produzenten sind Stefan Raiser und Felix Zackor von der Dreamtool Entertainment GmbH.

Zum Inhalt: Im letzten Kriegssommer 1944 kehrt der junge Wehrmachtssoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) vom elterlichen Hof zurück an die Ostfront – und strandet im Niemandsland der polnischen Wälder bei einem Haufen versprengter deutscher Soldaten, nachdem der Zug zu seiner Kompanie von Partisanen in die Luft gejagt wurde. Längst von den eigenen Truppen aufgegeben, sind seine neuen Kameraden in einer verzweifelten Lage. Umzingelt von Partisanen, abgeschnitten von der Front, erwartet sie der sichere Tod. Die Befehle des kommandierenden Unteroffiziers Willi Stehauf (Rainer Bock) werden immer sinnloser und menschenverachtender.

Proskas Begegnung mit der jungen polnischen Partisanin Wanda (Malgorzata Mikolajczak) und seine Freundschaft zu seinem Kameraden Kürschner (Sebastian Urzendowsky) lassen ihn immer stärker an der Richtigkeit seines Fahneneides und an den Machthabern zweifeln. Als die Rote Armee näher rückt, gerät Proska in Kriegsgefangenschaft und kann sich nur noch retten, indem er zum Feind überläuft. Ein gemeinsamer Fluchtversuch mit seiner großen Liebe Wanda misslingt. Als Soldat der Roten Armee wird Proska mitverantwortlich für den Tod seines Schwagers, des Ehemannes seiner Schwester.

Nach der Kapitulation Deutschlands machen die ehemaligen Soldaten Proska und Kürschner in der sowjetischen Besatzungszone in Berlin Karriere: Im Glauben an eine bessere Welt setzen sie die Ideen der russischen Besatzer für ein neues Deutschland um. Doch Proska muss miterleben, dass das Land im Aufbruch nicht einfach die Last der Vergangenheit abstreifen kann, und gerät darüber erneut in einen schweren Gewissenskonflikt. Eine „Stunde Null“ gibt es nicht. Erneut steht Walter Proska vor einer folgenschweren Entscheidung …

Kamera: Arthur Reinhart, Szenenbild: Magdalena Dipont und Robert Czesak, Produktionsleitung: Jannis Stahnsdorf. Die Redaktion haben Christian Granderath und Sabine Holtgreve (NDR), Carolin Haasis (ARD Degeto) sowie Manfred Hattendorf (SWR). Die Produktion wird unterstützt mit Mitteln des Polish Film Institute, des FilmFernsehFonds Bayern und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg. Beta Film übernimmt den Weltvertrieb.

Das Erste wird den Zweiteiler im Frühjahr 2020 zum 75. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges zeigen.